Ausgangspunkt der Betrachtungen in diesem klugen Buch ist der Selbstmord einer engen Freundin Hoffmanns – ausgerechnet in der Woche, in der Russland die Ukraine überfällt. Hoffmann verbindet die persönliche Geschichte dieser Freundschaft mit der Entwicklung Russlands sowie den deutsch-russischen und ukrainischen Beziehungen. Eindrucksvoll und außergewöhnlich ist die Verbindung von persönlichen Erinnerungen und politischen Entwicklungen.
Christiane Hoffmann schreibt feinfühlig, differenziert und kenntnisreich. Sie studierte in Leningrad, als angehende Journalistin machte sie 1991 ein Praktikum bei Radio Kyjiw, später war sie Korrespondentin in Moskau. Sie verbindet persönliche Erfahrungen mit fundiertem Hintergrundwissen. Gerade diese Mischung verleiht dem Buch seine besondere Wirkung.
Ein bewegendes, nachdenkliches und sehr lesenswertes Buch, das lange nachwirkt und einen persönlichen Zugang zu einem komplexen Kapitel europäischer Zeitgeschichte eröffnet.
Rowohlt Polaris, 2026
Dagmar List, Stadtbücherei Spenge