Jubiläumsstiftung der Sparkasse Herford spendet 80.000 Euro an Werburg-Verein
Der Raum ist halbdunkel, sonst kann Anne Bernhardi nicht richtig arbeiten. Die Illustratorin aus Minden wirft mit einem Projektor Bilder, die sie selbst entworfen hat, an eine Außenwand im oberen Geschoss des Werburg-Herrenhauses, um sie dann mit einem Pinsel filigran nachzumalen.
Die Wandmalerei ist Teil der Neugestaltung des Werburg-Museums, die dank der großzügigen Unterstützung unter anderem der Jubiläumsstiftung ‚175 Jahre Sparkasse Herford', die das Museum mit 80.000 Euro sponsert, möglich ist. Die Stiftungen der Sparkasse gehören zu den wichtigsten Förderern des Museums. 2010 wurden 200.000 Euro für den Erhalt des Kulturdenkmals zur Verfügung gestellt, 2014 hatten sie zur Weiterentwicklung des Museums abermals insgesamt 150.000 Euro unterstützt.
„Lange auf diesen Termin hingefiebert", habe der Verein Werburg-Museum, erzählt der Vorsitzende Bernd Pellmann. Erste Gespräche mit den möglichen Förderern seien bereits vor einem Jahr geführt worden. Seit dem Frühjahr sei der Verein sehr intensiv dabei, mit dem Atelier Hähnel-Bökens die Neugestaltung auszuarbeiten. „Jetzt geht's darum, umzusetzen", so Pellmann.
Was geplant ist
Ergänzt wird das bestehende museale Konzept unter anderem um die Themen ‚Heizen in der frühen Neuzeit', ‚Handel' und ‚Ständegesellschaft und Eigenhörigkeit'. Diese sollen anschaulich aufbereitet und modern präsentiert werden. Bis spätestens Frühsommer kommenden Jahres soll alles fertig sein. Vor allem die Winterpause soll intensiv genutzt werden, einige Vorarbeiten wie die Wandmalereien von Anne Bernhardi laufen aber jetzt schon.
Konzept mit Strahlkraft
Die Werburg sei weit mehr als ein historisches Gebäude, sei außerschulischer Lernort, eine Begegnungs- und Kulturstätte und als solche auch identitätsstiftend für die Region, sagt Peter Becker, Vorstandsvorsitzender der Sparkassen-Stiftung, und betont: „Die Verbindung aus Denkmalpflege, moderner Wissensvermittlung und kultureller Bildung passt hervorragend zu unseren Stiftungszielen."
Engagement mit Substanz
Vorstandsmitglied Landrat Mirco Schmidt berichtet, das Kuratorium mache sich seine Entscheidungen nicht einfach und prüfe gewissenhaft. „Wichtig ist, dass echte Menschen hinter solchen Projekten stehen und sie mit Leben füllen."
Dass dies im Fall des Werburg-Museums so ist, kann Bürgermeister Bernd Dumcke nur bestätigen: „2009 war die Werburg eine erbarmungswürdige Ruine. Dass hier heute ein Museum mit Wochenend-Cafébetrieb steht, ist vor allem den mutigen und motivierten Menschen im Werburg-Verein zu verdanken." Gemeinsam habe man es geschafft, das Projekt schrittweise voranzutreiben. „Jetzt sei es an der Zeit für ‚neuen Input', um Menschen aufs Neue ins Museum zu ziehen."
Kindgerechte Erlebniswelt
Vor allem Kindern und deren Familien möchte das Museum einen Anlaufpunkt bieten. Jan-Nikolas Döllinger, museumspädagogischer Leiter des Werburg-Museums, weiß: Je früher Kinder mit Kultur und musealen Stätten in Berührung kommen, desto selbstverständlicher und nachhaltiger wird der Umgang mit ihnen. „Ein Museum sollte kein verstaubter Ort sein, an dem alte Männer alte Geschichten erzählen, sondern einer, an dem man etwas erleben kann." Auch wenn sie den Grund dafür gar nicht benennen könnten, sollten Kinder mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass das Museum etwas Schönes und Spannendes ist.
In diesem Sinn unterhält das Werburg-Museum mehrere Kooperationen mit Schulen und Kitas, die bewirken, dass ein kontinuierlicher und damit nachhaltiger Beitrag zu frühkindlicher Bildung geleistet wird.
Daniela Dembert