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Das größte Glück der Erde …

Bardüttingdorferin wird Nordostdeutsche Vizemeisterin mit Voltigiermannschaft

„Dieses Zusammenspiel ist einfach einzigartig: Turner, Pferd, Longenführer – alle müssen miteinander interagieren. Dazu noch Musik, zu der Figuren geturnt werden, die etwas erzählen. Das ist einfach total vielseitig und spannend.“

Wenn Sonja Heining übers Voltigieren spricht, gerät sie schnell ins Schwärmen. Seit sie neun Jahre alt ist, hat es ihr dieser Sport angetan. Turnte sie selbst jahrelang hoch zu Ross, damals noch im Reit- und Fahrverein ‚Graf Haeseler‘ Wallenbrück, nimmt sie heute eine andere wichtige Aufgabe in diesem Sport wahr. Als Longenführerin war die Bardüttingdorferin in den vergangenen Monaten gemeinsam mit ‚ihren‘ Mädels, der ersten Mannschaft des Reit- und Fahrvereins Neuenkirchen, ausgesprochen erfolgreich unterwegs.

Meisterhaft bei der Meisterschaft

Im Juni hatte das Team bestehend aus den sechs Turnerinnen Leonie Osiek, Liv Rittinghaus, Janine Kattenbaum, Nina Hötker, Pauline Staffe, Maja Spreckelmeyer, Ersatzfrau Lena Wippersteg, Longenführerin Sonja Heining und der 15-jährigen Fuchsstute Fangia, genannt Fanny, bei den Landesmeisterschaften des Verbands Weser-Ems geglänzt. Angetreten sind die Akrobatinnen in Leistungsklasse S, der höchsten Schwierigkeitsklasse, und konnten sich bis auf Treppchenplatz zwei hochturnen – ihr Ticket zur Deutschen Meisterschaft, die Anfang September in Münster stattfand.

Die sei, so Heining, „ganz gut gelaufen“ und ein imposantes Erlebnis gewesen. Mit Blick auf die Konkurrenz ist die 53-Jährige stolz auf die Leistung ihres Teams: „Da sind ja viel größere, renommierte Vereine. Platz elf aus ganz Deutschland zu belegen ist für einen kleinen Verein wie unseren schon etwas Besonderes.“ Die Meisterschaft mit so vielen Zuschauern vor toller Kulisse mitzuerleben sei ein großartiges Erlebnis gewesen. Die großartige Platzierung war dann das Sahnehäubchen für die Mannschaft, die vor allem mit ihrer Vielfalt in der Kür begeistern konnte.

So wird trainiert

Zweimal wöchentlich trainieren die Turnerinnen im Alter von 15 bis 31 Jahren gemeinsam mit Stute Fanny und Sonja Heining. Trainerin Thyra-Marie Vorderbrügge lebt mittlerweile in Bochum und kann nicht mehr bei jedem Training dabei sein. Die Mädels korrigieren sich mit geschulten Augen gegenseitig und an manchen Figuren und den turnerischen Grundlagen wird dann gemeinsam mit der Trainerin via Mitschnitt online gefeilt. Zusätzlich zum Training mit Fanny wird auf einem bewegten Holzpferd geübt.

Im Mittelpunkt stehen

Sonja Heining ist die Frau, um die sich buchstäblich alles dreht, wenn Pferd und Turnerinnen im Galopp ihre Runden machen. „Mein Hauptjob ist, das Pferd gut vorzubereiten. Wir sind miteinander verbunden. Ich spüre auch durch diese lange Leine, wie es sich gerade fühlt“, erzählt die Longenführerin, die sich seit dem Teenageralter mit dieser Aufgabe auseinandersetzt und 1999 den Trainerschein erwarb.

Dass das Team kurz nach der erfolgreichen Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft noch einen draufsetzte und bei der Nordostdeutschen Meisterschaft in Elmshorn auch den Vizemeister-Titel holte, macht die Saison perfekt.

Sonja Heining resümiert glücklich: „In diesem Jahr hat einfach alles gepasst. Es gab keine Verletzten und auch das Pferd war über die Saison fit und vital, sodass wir keine Trainingsausfälle hatten. Außerdem ist die Teamkonstellation sehr harmonisch.“

Die Saison ist jetzt zu Ende und alle haben Zeit, die letzten rasant verlaufenen Monate auf sich wirken zu lassen. Wer weiß, vielleicht macht das Team 2027 genau da weiter, wo es in diesem Jahr aufgehört hat. Wir drücken die Daumen!

Daniela Dembert