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Pilze – wer will se?

Liebe Leserinnen und Leser,

saisonal bedingt möchte ich Ihnen heute eine neue Freizeitbeschäftigung ans Herz legen: die Pilzkunde. Ich selbst habe sehr großes Gefallen daran gefunden – nicht etwa aus einer neuentdeckten Sammelleidenschaft heraus oder weil ich gern über den Waldboden krieche. Es geht mir um die teils überaus fantasievollen Namen.

Viele sogar schmackhafte Pilze tragen Namen, die einem gut sortierten Schimpfwort-Vokabelheft entnommen zu sein scheinen. ‚Fettigglänzender Häubling‘ – Wer hatte ihn in der Pubertät nicht neben sich in der Schulbank sitzen? ‚Stinkender Schleimkopf‘, ‚Gebrechlicher Glöckling‘, ‚Gemeiner Mistborstling‘, ‚Schmutziger Rötling‘ oder ganz ordinär ‚Säufernase‘ kann man einer unliebsamen Person einfach mal laut ins Gesicht bellen und nach kurzer Einwirkzeit hinzufügen: „Hab ich gestern beim Spaziergang im Wald gefunden.“ (Versuchen Sie’s mal, wirkt soo befreiend!)

Wenn Sie jemanden als ‚Behangener Düngerling‘, ‚Hundsrute‘ oder ‚schleimiger Hörnling‘ titulieren, hat das aber schon eher etwas Frivoles, finde ich.

Dann gibt es da noch die Pilze, deren Namen an Krankheiten erinnern. Oder denken Sie bei ‚Lila Dickfuß‘ nicht auch automatisch an Durchblutungsstörungen? ‚Blutblättriger Hautkopf‘ klingt nach etwas, das mit starker Schuppenflechte einhergeht. Und bei der ‚Bauchweh-Koralle‘ ist der Name buchstäblich Programm.

Weitere Namen dieser Kategorie sind ‚Braune Schwarznapfkrustenflechte‘, ‚Geriefter Krüppelfuß‘, ‚Gelber Eierschleimpilz‘ und ‚Aderige Lungenflechte‘.

Nein, nein, so etwas wünscht man wahrlich niemandem. Alle sind, Sie ahnten es sicher schon, nicht für den Verzehr geeignet. Auch die ‚Lepra-Schwefelflechte‘ ist ungenießbar. Und selbst, wenn nicht: Würden Sie die essen?!

Aber es gibt auch niedliche Begriffe. So sieht die ‚Krause Glucke‘ tatsächlich aus wie ein blonder Federball oder ein sitzendes Huhn und schmeckt noch dazu hervorragend. Und klingen ‚Bärtiges Glashaarbecherchen‘, ‚Gemeines Stockschwämmchen‘ oder ‚Behaartes Hohltrüffelchen‘ nicht irgendwie süß? Wie mag ein ‚Beschleierter Purpur-Schneckling‘ aussehen?

Sie sehen, die Welt der Pilze hält Faszinierendes für uns bereit.

Aber wenn Sie jetzt schon genug davon haben, dann schmökern Sie doch einfach durch diese brandneue Echo-Ausgabe und erfahren Sie, wie Spenge beinah einen Flughafen bekommen hätte (S. 15), wann die PaulusSingers gegen den November-Blues ansingen (S. 26), zu welcher Veranstaltung Asyl Spenge e.V. einlädt (S. 28) und wie man am Weihnachtsmarkt auf Gut Bustedt mitwirken kann (S. 4).

Viel Spaß beim Lesen und guten Appetit bei der nächsten Pilzpfanne wünscht Ihnen

Daniela Dembert