Als Nahost-Experte hat Lutz Jäkel sich längst einen Namen gemacht. Am Dienstag, 24. November, ist der renommierte Berliner Fotojournalist zum dritten Mal mit einer neuen Live-Reportage in der Aula der Grundschule Spenge zu Gast.
Kurz nach dem Sturz des Assad-Regimes kehrte Jäkel zurück in ein Land, über das er seit mehr als dreißig Jahren berichtet.
Das Regime ist gefallen, der Diktator wurde selbst zum Flüchtenden. Zum ersten Mal erleben die Syrerinnen und Syrer etwas, das sie nicht kannten: Raum für Fragen. Raum für Hoffnung. Ein freies Syrien.
Vierzehn Jahre lang musste Lutz Jäkel dem Land, in dem er für mehrere Jahre gelebt hat, wegen des Krieges fernbleiben. Dann, plötzlich: der Wendepunkt. Das Regime stürzt. Und nur wenige Tage später macht sich Lutz Jäkel auf den Weg, kehrt in das geschundene Land zurück, trifft alte Bekannte und langjährige Freunde wie Amer, der noch 2024 vom Geheimdienst verhaftet und eingekerkert wurde. Außerdem ist da die Menschenrechtsanwältin Nahla Osman, die nach langer Zeit in das Land ihrer Eltern reist und endlich wieder ein Eis in der berühmten Eisdiele Bakdasch essen kann.
Junge Syrerinnen und Syrer, die während des Krieges ins Ausland geflohen waren, stoßen mit syrischem Bier auf die erfolgreiche Revolution an. Im christlichen Viertel von Damaskus feiern Christen ihr erstes Weihnachtsfest.
Viele kleine Geschichten von Begegnungen, Hoffnung und wiedergewonnener Freiheit weiß Jäkel zu erzählen. Aber da sind auch erschütternde Erlebnisse.
So zeigt Zubaida Lutz die Stelle, an der sie 2012 bei einem Massaker ihren Ehemann verloren hat; nun hofft sie auf Gerechtigkeit. Im berüchtigten Foltergefängnis Sednaya hält Abdulhamid ein Foto seines Sohnes in die Kamera – seit Jahren verschollen. Ob er noch lebt, weiß Abdulhamid nicht. In Sednaya hofft er auf Antworten.
Die Rückkehr nach Syrien ist die persönlichste Reise des Nahost-Kenners. Eine Spurensuche in einem zerrissenen, aber nicht verlorenen Land. Die Wunden der Vergangenheit sind tief, die Zukunft ist ungewiss, doch die Menschen klammern sich an die Hoffnung, dass es nur besser werden kann.
So hört Lutz Jäkel bei seinen Reisen durch das neue Syrien Geschichten von Verlust und von Aufbruch, von Erschöpfung und vom Mut, weiterzumachen.
Jäkels preisgekrönter Vortrag beginnt um 19:00 Uhr. In der Pause wird ein arabischer Imbiss bei orientalischer Musik mit Hosam Alibrahim angeboten.
Der Eintritt beträgt 10,00 Euro.