45 Kinder verwandeln den Elsterweg fünf Tage lang in eine Open-Air-Galerie
Elstern, das sind doch diese schwarz-weiß gefiederten Vögel, oder? Ja, auch. Manche von ihnen sind aber auch grün wie ein John-Deere-Traktor, bunt und schillernd wie ein Pfau oder haben Schuppen wie ein Fisch. Zumindest, wenn man am Wochenende mit offenen Augen auf dem Elsterweg unterwegs war, konnte man diese Exoten entdecken.
Am Freitagnachmittag fand die Abschlussveranstaltung der diesjährigen KinderKunstTage (KiKuTa) mit dem Motto ‚Abenteuer Elsterweg‘ statt.
Fünf Tage lang haben die 45 teilnehmenden Kinder im Alter von sieben bis elf Jahren ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und ganz unterschiedliche Accessoires gestaltet, die einen Spaziergang auf dem Elsterweg noch spannender machen.
Wer am Wochenende entlang des Weges flanierte, wurde begleitet von den bunten Elstern. „Die Kinder haben die Holzelstern so verkleidet, wie eine Elster normalerweise gar nicht aussieht“, erzählt Bernhard Luksch, der gemeinsam mit Kathrin Wolters, Claudia Latz und Marc Biermann die Betreuung der Gruppen übernommen hatte.
An vier Stationen gab’s was auf die Ohren. Hier konnten QR-Codes gescannt und von den Kindern vertonte Sagen in kurzen Audio-Sequenzen angehört werden. „Darunter ist auch die bekannte Sage vom Spenger Mailäuten – allerdings ist sie diesmal aus der Sicht der Elster erzählt, die den goldenen Löffel stibitzt hat“, verrät Luksch.
Hatten die Teilnehmer der Abschluss-Wanderung ungefähr die Hälfte des Weges hinter sich gebracht, wartete am Brunnen der Werburg eine Erfrischung: Wer mutig genug war, konnte unter der Blätterdusche Platz nehmen.
Ein Streckenteil wirkte wie eine Open-Air-Galerie. Entlang des Weges waren bunt bemalte Ytong-Skulpturen aufgestellt. Kniffelig und „ganz schön anstrengend“ sei das Aussägen der Rundungen ihres Regenbogens gewesen, berichtet Johanna. „Wir sollten ja erstmal etwas Kleines versuchen und danach was Größeres“, erzählt die Zehnjährige. Dass „etwas Größeres“ dann eine zweistöckige KiKuTa-Torte werden würde, damit hatte vermutlich nicht einmal Johanna selbst gerechnet.
Eines der Elsternester zum Spielen und Klettern war mit Zweigen, buntem Laub und Stöckchen geschmückt und barg neben vielen fantasievoll gestalteten Kunstwerken aus Naturmaterial auch einen ganz besonderen Schatz – ein großes, silberglänzendes Ei. Schon von Weitem erkannte man die mit Blumen und anderen Motiven verzierten Baumscheiben-Amulette und die bunt bemalten Zweige, die im Wind wehten.
„Der Elsterweg ist gerade im Herbst ein wunderschöner Weg für einen Familienspaziergang, das wollten wir gern noch einmal ins Bewusstsein der Leute rücken“, berichtet KiKuTa-Initiatorin Nicole Bertram über die Idee zum Abenteuerpfad.