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Wussten Sie schon, dass … Spenge 1891 bundesweit für Schlagzeilen sorgte?

Ende des 19. Jahrhunderts erreichte die Sozialdemokratie die ländlichen Regionen Ostwestfalens. Auch in Spenge regte sich sozialdemokratisches Leben: 1890 gründete sich auf Initiative von Johann Friedrich ,Fritz' Brinkmann ein sozialdemokratischer Ortsverein. Nur ein Jahr später sollte Spenge zum Schauplatz eines heftigen politischen Konflikts werden.

Am 9. August 1891 trafen hier Sozialdemokraten und Angehörige konservativer Kreise aufeinander. Mehrere hundert Sozialdemokraten standen einer deutlich größeren Zahl von Bauern und konservativen Anhängern gegenüber. Auf deren Seite trat der Gohfelder Pastor Karl Iskraut als Anführer auf.

Was als Auseinandersetzung im Umfeld einer sozialdemokratischen Versammlung begann, eskalierte schließlich zu einer Massenschlägerei. Später ging das Ereignis als ,Spenger Schlacht' in die Geschichte ein. Der martialische Name darf dabei allerdings nicht wörtlich verstanden werden: Es handelt sich keineswegs um eine militärische Schlacht, sondern vielmehr um eine Massenschlägerei.

Zeitgenössische Berichte lassen erahnen, wie schnell die Stimmung damals umschlug. Spätere historische Darstellungen berichten, dass Anhänger Iskrauts die sozialdemokratische Veranstaltung zunächst mit einem Posaunenchor störten. Aus der Provokation wurden Handgreiflichkeiten – und schließlich eine Massenschlägerei.

Dass der Vorfall weit über die Grenzen Spenges hinaus Aufmerksamkeit erregte, zeigt seine satirische Verarbeitung in der zeitgenössischen Presse. Der Historiker Helmut Hüffermann verweist auf ein Gedicht aus dem Berliner Satireblatt ,Kladderadatsch' mit dem Titel ,Der alte Sozialdemokrat an seinen Sohn'. Darin heißt es:

„Willst du nicht ins Gedränge, Söhnchen, so meide Spenge.“

Der Satz verdeutlicht auf pointierte Weise, welchen Ruf Spenge nach den Ereignissen von 1891 zumindest erlangt hatte.

Dieses Ereignis wurde also weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt – und zog viele Presseberichte nach sich, die sich an dieser Stelle gar nicht ausreichend zitieren lassen.

Deshalb ist es für Sie, liebe Leserinnen und Leser, durchaus spannend, einen Blick in den Aufsatz ,Die Schlacht bei Spenge' von Helmut Hüffermann zu werfen, der über das Stadtarchiv Bielefeld online einsehbar ist. Außerdem sind Beiträge des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und des Kreisheimatvereins Herford interessant.

Und falls Sie auch einen spannenden Fund, eine alte Geschichte über Spenge oder eine interessante Anekdote parat haben, die Sie mit uns teilen möchten, so senden Sie eine E-Mail an: m.hansel-krueger@vogt-media.com oder rufen Sie an: Mobil 0176 57794568