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Wussten Sie schon, dass …

… zeitweise fast 20 Prozent der Spenger in der Zigarrenindustrie tätig waren?

„Komm teu, wi müat noch an Klaveer!" – an diesen Satz ihrer Nachbarin erinnert sich Gisela Krüger, Jahrgang 1935, aufgewachsen in Mantershagen, noch genau. Denn immer, wenn der Mann ihrer Nachbarin in der heimischen Gaststube zu Besuch war, ertönte irgendwann genau dieser Ruf. Die Nachbarsfamilie war, wie viele Spenger, in Heimarbeit für lokale Zigarrenfabrikanten tätig.

Zigarrenherstellung bedeutete Handarbeit. Ohne große Maschinen eignete sie sich also ideal für die Heimarbeit. Dieses Konzept bot mehr Flexibilität für die Zigarrenarbeiter, beide Ehegatten konnten sich an der Arbeit beteiligen. Für die Unternehmen hieß die Heimarbeit, dass weniger Raum benötigt wurde und so die Kosten gesenkt werden konnten.

Die ‚Pillendreher' arbeiteten oft noch spät abends, denn tagsüber gab es oft andere Aufgaben. Und trotzdem musste das tägliche Pensum noch geschafft werden. Also hieß es oft abends Tabak abstruppen, Wickel anfertigen und pressen und rollen. So sah der Alltag vieler Spenger in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus.

Dieser kleine Exkurs in die Geschichte zeigt, wie sehr sich die Gesellschaft verändert hat. Und trotzdem können sich viele noch lebhaft an diese Zeit erinnern. Falls Sie, liebe Leser, sich für diese Thematik interessieren, sollten Sie das Buch ‚Spenge 1900-1950' von Werner Freitag lesen. In dem 1988 erschienenen Buch beschreibt der Historiker die Abläufe und Gegebenheiten in Spenge zur damaligen Zeit sehr eindrücklich und mit Interviews ehemaliger Zigarrenarbeiter.

Und falls Sie auch einen spannenden Fund, eine alte Geschichte über Spenge oder eine interessante Anekdote parat haben, die Sie mit uns teilen möchten, so senden Sie eine E-Mail an: m.hansel-krueger@vogt-media.com oder rufen Sie an: Mobil 0176 57794568