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70 Jahre Wehrenbrecht

Mit Leidenschaft für Uhren, Schmuck und Handwerk in Spenge

Am 2. September 1956 eröffnete der 24-jährige Günter Wehrenbrecht sein Geschäft an der Poststraße. Allerdings nicht am heutigen Standort, sondern in einem eigenen Raum im Zentral-Theater, den er dafür angemietet hatte. Mit der positiven Entwicklung wurden die Räumlichkeiten bald zu klein: 1964, acht Jahre nach der Gründung, zog das Unternehmen in die Poststraße 12 – den heutigen Standort.

Seit 1960 ist Rosemarie Wehrenbrecht im Unternehmen tätig. Zunächst als Verkäuferin, später als Ehefrau des Firmengründers. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1979 übernahm sie die Leitung.

Zum 25-jährigen Bestehen wurden die Räumlichkeiten 1981 umfassend saniert. Rosemarie Wehrenbrecht erinnert sich: „Bis in die 80er hieß das Geschäft Wehrenbrecht – Uhren, Schmuck und Besteck.“ Damals habe es in Spenge eine entsprechende Lücke gegeben. Mit der Zeit sei die Nachfrage nach Bestecken jedoch zurückgegangen. „Kinderbestecke haben wir aber immer noch“, betont sie.

Besonders gern denkt Rosemarie Wehrenbrecht an das 40-jährige Jubiläum im Jahr 1996 zurück. Eine langjährige Mitarbeiterin wurde damals auf einem festlich geschmückten Trecker nach Hause gefahren. „Zu Beginn hat mein Mann sie jeden Morgen mit dem Motorrad abgeholt und abends zurückgefahren“, erzählt die Ehefrau des Gründers schmunzelnd. Das seien 80 Kilometer am Tag gewesen. „Da wollte sie noch einmal komfortabler nach Hause kommen“, erzählt sie.

Seit 1997 führt ihre Tochter, Uhrmachermeisterin Doris Wehrenbrecht, das Unternehmen. Rosemarie Wehrenbrecht ist dennoch weiterhin regelmäßig vor Ort. „Wenn auch nur im Hintergrund – nach so vielen Jahren ist das Fleisch und Blut übergegangen“, sagt sie.

Doris Wehrenbrecht führt damit die Familientradition bereits in der zweiten Generation fort. Schon während ihrer Schulzeit stand für sie fest, dass sie in die Fußstapfen ihres Vaters treten würde. Mit 17 Jahren begann sie ihre Ausbildung zur Uhrmacherin, die sie in zweieinhalb Jahren abschloss. Anschließend besuchte sie die Meisterschule in Hildesheim und bildete sich auch im Goldschmiedehandwerk weiter.

Seit mittlerweile 35 Jahren ist sie als Uhrmachermeisterin tätig. Besonders die Arbeit in der hauseigenen Werkstatt ist ihr ein wichtiger Bestandteil ihres Berufs. Neben Reparaturen und der Aufarbeitung von Uhren widmet sie sich dort auch alten und antiken Stücken. Dafür nutzt sie einen festen Werkstatttag, an dem sie sich ganz auf die handwerkliche Arbeit konzentrieren kann.

Neben der handwerklichen Arbeit liegt ihr auch die persönliche Betreuung ihrer Kundinnen und Kunden am Herzen: „Die Beratung und der Verkauf machen meine Berufung genauso aus und sind mir auch persönlich wichtig“, sagt sie.

Rosemarie und Doris Wehrenbrecht bedanken sich herzlich bei allen Kundinnen und Kunden, die das Fachgeschäft über die Jahrzehnte begleitet und ihm die Treue gehalten haben.