Wenn man nach einer durchzechten Nacht neben einer Leiche aufwacht und sich an nichts erinnern kann, dann löst das unweigerlich größte Panik aus. So auch bei Hauptkommissar Frank Seidel, der im vergangenen Jahr bis tief in die Nacht den Einzug der Bielefelder Arminia ins Pokalfinale gefeiert hat und jegliche Erinnerung an die Geschehnisse des Vorabends verloren hat.
Soeben ist mit ‚Final Curtain oder das böse Erwachen‘ der fünfte Fall rund um den Kriminalhauptkommissar Frank Seidel erschienen. Er beginnt an dem Tag, an dem sich die Fußballwelt verwundert die Augen reibt. Die Bielefelder Arminia hat allen Erwartungen zum Trotz ihr Spiel gegen den haushohen Favoriten Bayer Leverkusen gewonnen und ist ins Pokalfinale eingezogen.
„Eigentlich sollte der fünfte Fall des Kommissars damit beginnen, dass er sich zusammen mit seinem Freund und Kollegen Sprengler das Pokal-Aus schöntrinken wollte“, erinnert sich der Jöllenbecker Krimi-Autor Michael Seibt an die ersten Überlegungen für seinen neuen Roman. „Dass es dann völlig anders kam, war natürlich eine Steilvorlage, die sich hervorragend für den Einstieg in die Geschichte eignete.“
Allerdings haben sich in Seidels fünftem Fall die Vorzeichen geändert, denn diesmal verfolgt nicht er mit seinem Team den Mörder, sondern er wird selbst zum Gejagten. So wacht der Leiter der Mordkommission am Morgen nach der furiosen Feier in der Wohnung des Privatdetektivs Hartmut Hiltmann neben dessen Leiche auf … und erinnert sich an nichts. Doch statt sich der Polizei zu stellen, flüchtet er in Panik vom Tatort und macht sich dadurch natürlich höchst verdächtig.
Während Seidel sich verzweifelt bemüht, die Ereignisse der Nacht zu rekonstruieren, versucht sein Team, den Mord an Hiltmann aufzuklären und Seidel zu finden. Auch wenn sein Team es nicht wahrhaben will, die Beweise gegen ihn sind erdrückend. Allerdings ist nicht nur die Polizei hinter Seidel her. Auch zwei Handlanger des zwielichtigen Geschäftsmanns Daniel Roscoff sind ihm auf den Fersen und den Ermittlern immer einen Schritt voraus. Schon bald steht auch für sein Team fest, dass es einen Maulwurf in den Reihen der Polizei gibt, und nicht nur Frank Seidel gerät in allergrößte Gefahr.
Bis zum Schluss bleibt offen, ob der Kommissar auf der Flucht, seine Unschuld beweisen und sein Leben retten kann. „Wie Seidel aus der Sache herauskommt und ob es ihm gelingt, den mysteriösen Fall zu lösen, wird natürlich nicht verraten“, erklärt Seibt. Für ihn ist das Schreiben seit jeher in erster Linie großes Vergnügen. „Die Geschichte zu konstruieren und zu entwickeln, das macht einfach unglaublich Spaß“, sagt er.
So kommen auch in Seidels fünftem Fall die skurrilen Dialoge und der Lokalkolorit nicht zu kurz. „Natürlich alles frei erfunden“, betont er. „Nur die Orte der Handlung, die diesmal bis in die Niederlande führt, ehe sie an der Marienkirche in Jöllenbeck endet, sind echt.“
„Die Krönung des Ganzen sind dann die Lesungen. Wenn man dann sieht, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem guten Gefühl nach Hause gehen, dann ist das einfach nur eine große Freude.“ Deshalb freut er sich schon darauf, zusammen mit Harald E. Bellmann, dem Herrn mit dem Silbernen Saxophon, auf Lesereise zu gehen. „Die Kombination aus Krimi und dazu passender Musik sorgt nicht nur für die passende Krimi-Atmosphäre, sondern bringt auch einen schönen Wechsel von Spannung und Entspannung“, haben beide festgestellt.
Die Premierenlesung des fünften Jöllenbeck-Krimis findet am Dienstag, 09. Juni, um 19:30 Uhr im Heimathaus Jöllenbeck, Amtsstraße 22, 33739 Bielefeld statt. Eintritt 15 Euro, dazu gibt es Wasser und Wein. Karten gibt es nur im Vorverkauf in der Jürmker Bücherstube oder per telefonischer Reservierung unter 05206-2700. Außerdem sind Michael Seibt und Harald E. Bellmann am 7. Oktober im Gerbereimuseum in Enger zu Gast.