Sieben Fragen ans Ehrenamt und die Vereine
In Spenge engagieren sich ungefähr 70 Vereine, Verbände und Gruppen in den Bereichen Sport, Kultur und Heimat, Gesang und Musik, Natur/Garten und Tiere, Jugend, Senioren, Kirche und Feuerwehr, Politik und Soziales oder als Selbsthilfegruppe. Diese Arbeit prägt das Miteinander und den Zusammenhalt in unserer Stadt. Um diesem Engagement und den Menschen dahinter mehr Sichtbarkeit zu verleihen, möchten wir in unserer Reihe „Menschen für Spenge“ sowohl auf kleinere als auch auf größere Vereine und Ehrenamtler eingehen, um Sichtbarkeit zu schaffen und Anerkennung zu zeigen. Also vorab ein großes DANKE an alle, die sich für Spenge engagieren.
Der zweite Teil unserer Reihe stellt die Gruppe, die die Sportabzeichen an der Holzwiese abnimmt, vor.
Die Abnahme des Sportabzeichens findet immer dienstags im Zeitraum von 18:30 Uhr bis 19:30 Uhr auf dem Sportplatz ‚Holzwiese‘ an der Immanuel-Kant-Straße statt.
Dazu hat Jan Buschschlüter, der Sportabzeichen-Obmann in Spenge, uns die Fragen beantwortet.
Seit wann gibt es Ihr Ehrenamt in Spenge?
„Schon seit den 80er Jahren, also eine sehr lange Zeit. Es trafen sich zuerst ein paar befreundete Sportler aus Hücker-Aschen auf einer Wiese, dann setzte man es in einen offiziellen Rahmen. Eine wichtige Kraft war dabei Horst Gerlitz, der sich über Jahrzehnte hinweg für das Sportabzeichen engagierte.“
Wie sind Sie zu diesem Engagement gekommen?
„Schon als Jugendlicher habe ich etwa acht Mal das Sportabzeichen abgelegt und bin dann 2018 mit meinen Kindern wieder tätig geworden. Die Gemeinschaft gefiel mir von Anfang an sehr gut, ich habe immer wieder ausgeholfen und dann vor zwei Jahren offiziell das Amt des Obmanns übernommen.“
Wie sieht Ihre Arbeit im Alltag aus und wem wird konkret geholfen?
„Die Vorfreude auf die Saison begleitet mich das gesamte Jahr über. Das Ehrenamt soll Spaß machen, darf nicht als Belastung gesehen werden. Und das funktioniert bei uns sehr gut: Dadurch, dass wir die Aufgaben auf unsere zehn aktiven Helfer verteilt haben, hält sich die Arbeit für alle in Grenzen.
Wir erreichen ganz verschiedene Menschen. Dieser generationsübergreifende Austausch ist etwas ganz Besonderes. Es ist immer wieder schön, alte Gesichter wiederzusehen, aber auch neue begrüßen zu dürfen. So fördert der Sport die Gemeinschaft in Spenge erheblich. Besonders wichtig ist es uns, den Fokus nicht auf das erreichte Abzeichen zu setzen, sondern jeden zu persönlichen Bestleistungen zu motivieren. Denn das ist das Wichtigste an unserem Ehrenamt.“
Was bedeutet Ihr Engagement für die Spenger?
„Es bietet eine sehr niedrigschwellige Möglichkeit, in Bewegung und in sozialen Austausch zu kommen. Auch sind für ein erlangtes Sportabzeichen Bonuspunkte bei den Krankenkassen möglich, das ist ein großer Vorteil. Das Sportabzeichen-Angebot ist unkompliziert, es geht um individuelle Ziele und Voraussetzungen.“
Was sind die größten Herausforderungen, mit denen Sie aktuell zu kämpfen haben?
„Wir haben immer wieder mit den örtlichen Widrigkeiten zu kämpfen. Die Stadt Spenge ist die einzige Kommune im Kreis Herford, die entsprechend ihrer Einwohnerzahl über keine angemessenen Sportanlagen verfügt. Dank der Unterstützung des Stadtsportverbands und der Kommune können wir aber immer Lösungen finden.
Um die Ergebnisse einzutragen, benötigt man entsprechende Geräte und ein funktionierendes WLAN-Netzwerk. Das WLAN-Netzwerk bereitet noch Schwierigkeiten, mit Laptops hat der Stadtsportverband uns bereits unterstützt.“
Was motiviert Sie, trotzdem weiterzumachen?
„Das wir trotz dieser Herausforderungen immer Lösungen finden, macht uns aus. Dabei sind wir äußerst kreativ, dafür braucht es Teamplayer.
Motivierend ist außerdem, dass sich alle gegenseitig unterstützen. Auch bei personellen Engpässen erleben wir, wie Teilnehmende sich gegenseitig helfen. Das macht die Gemeinschaft aus.“
Wie kann man Sie unterstützen oder selbst mitmachen?
„Unterstützen kann man uns durch die Teilnahme am Angebot!“
Und wer nun Interesse hat, selbst Teil der Gruppe zu werden, kann eine Prüfung ablegen, die zur Abnahme des Sportabzeichens befähigt. Dazu sind 16 Lerneinheiten zu absolvieren.
Interessierte dürfen sich gerne per E-Mail an Sportabzeichen-Obmann Jan Buschschlüter wenden: jbuschschlueter@gmail.com
Marieke Hansel-Krüger