Es ist die Sprache der Omas und Opas geworden. Ihr Wortschatz und ihre Melodie sind für viele Menschen mit Kindheitserinnerungen und einem heimeligen Gefühl verbunden: Plattdeutsch. Leider ist es in unserer Region eine aussterbende Sprache, zumindest für den aktiven Gebrauch als Alltags- und Umgangssprache.
Die Volkshochschule im Kreis Herford bietet jetzt einen vierteiligen Plattdeutsch-Lesekurs in den Räumlichkeiten der ehemaligen Spenger Realschule an.
„Es gibt zwar Leute, die Platt noch relativ gut verstehen, aber selber nicht sprechen können, weil ihnen die Grammatik nicht geläufig ist. Diese in Kursen zu vermitteln hat sich als möglich erwiesen, aber bedingt effektiv erwiesen, weil den Kursteilnehmern dann die vertiefende Sprachpraxis fehlt“, weiß Gerhard Heining zu berichten.
Der Bardüttingdorfer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Bewahrung und Vermittlung der plattdeutschen Sprache. Mittlerweile liegt sein Schwerpunkt auf dem geschriebenen Plattdeutsch. In diesem Bereich gibt es einiges zu tun, denn von Ort zu Ort variiert die Aussprache. Zudem gibt es für Platt keine einheitliche Orthografie. Aus diesem Grund hat Heining ein Wörterbuch mit Lautsprache verfasst, das ermöglichen soll, gelesenes Platt authentisch auszusprechen.
In diesem Kurs steht nun das Lesenlernen im Vordergrund. Lesend erschließt sich die plattdeutsche Welt und die Sprache kann als heimatliches Kulturgut bewahrt werden. Vorausgesetzt wird, dass zumindest langsam gesprochenes Plattdeutsch verstanden wird.