2016 ist das Spenger Werburg-Museum eröffnet worden und dokumentiert anhand vieler Originalfunde, die bei Ausgrabungen auf dem Gelände der historischen Wasserburg gemacht wurden, das Leben auf dem Gut in der Renaissance. Nun soll die Dauerausstellung in Teilen umgestaltet werden. Die Kosten dafür werden auf circa 170.000 Euro beziffert.
Neue Perspektiven
Bürgermeister Bernd Dumcke sieht eine Notwendigkeit der Umgestaltung – nicht, weil die Ausstellung nicht mehr zeitgemäß wäre, sondern um mit Neuheiten auch wieder neue Anreize für einen Besuch zu schaffen.
Der Vorsitzende des Werburg-Vereins, Bernd Pellmann, berichtet, dass sich der Werburg-Verein, die Stadt und die Museumsleitung nun seit drei Jahren „intensiv Gedanken machen, wie wir das Museum konzeptionell anreichern und vielleicht auch verbessern können.“ Dr. Werner Best, Ehrenvorsitzender des Vereins, verrät, dass es vier Räume sein sollen, die komplett neu, beziehungsweise umgestaltet werden.
Themenvielfalt
Dadurch, dass die Museumspädagogik vom Herrenhaus in die Scheune umgezogen ist, sei im Museum ein Raum freigeworden, in dem das Thema ‚Handel‘ multimedial erlebbar gemacht werden soll. Dieser florierte nämlich auch anno dazumal schon weltweit und brachte Waren aus dem fernen China auch in die ostwestfälische Region.
In einem weiteren Zimmer wird bald ‚Heizen‘ im Fokus stehen. Denn das spielte besonders mit der Klimaveränderung durch die Kleine Eiszeit eine zunehmend wichtigere Rolle für die Menschen. Einige Originalfunde vom Werburg-Areal, darunter bunte Ofen-Kacheln, sollen diese Fakten veranschaulichen. Anhand eines Modells des Herrenhauses wird deutlich, wie durchdacht schon zur damaligen Zeit die Räume beheizt wurden.
Künftig soll ein ganz spezielles Fundstück, das Dr. Werner Best 2009 bei Grabungen im Herrenhaus gefunden hatte, in der Dauerausstellung zu sehen sein. Das circa 500 Jahre alte ‚Pilgerzeichen‘ aus Blomberg ist das einzige dieser Art, das bisher in Deutschland entdeckt wurde, und erregte damals viel Aufmerksamkeit.
‚Leibeigenschaft‘ ist bereits jetzt ein Themenkomplex der Ausstellung. Dieser soll laut Museumsleiter Jan-Nikolas Döllinger bald „sehr viel besser als bisher“ aufbereitet sein und ein eindrücklicheres Bild der Gesellschaftsstrukturen der Renaissance zeichnen. Vor allem soll hier gezeigt werden, in welchen Räumen man wie gelebt hat.
Zeit und Geld
Nach Angaben von Bernd Pellmann wird die Umgestaltung rund 170.000 Euro kosten und die Finanzierung sei bereits gesichert. Als der Stiftung ein Antrag auf Bezuschussung der Umgestaltung des Museums ins Haus flatterte, habe schnell der Konsens bestanden: „Das wollen wir wieder fördern“, berichtet Ute Röder, Mitglied des Stiftungsvorstands. Die Spenger Werburg passe mit ihrer konzeptionellen Ausrichtung ‚Heimat‘ und ‚Kultur‘ bestens zum Förderschwerpunkt der NRW-Stiftung und sei „ein bedeutender Ort regionaler Geschichte“. So beschloss die Nordrhein-Westfalen-Stiftung, die inhaltliche Überarbeitung und moderne Ausstattung der Dauerausstellung des Werburg-Museums im Herrenhaus mit einer Förderung von 50.000 Euro zu unterstützen.
Wann genau die Umgestaltung starten soll, kann Bernd Pellmann noch nicht sagen, peilt aber die nächste Winterpause (Dezember bis März) an.
Hans-Peter Tietze ist zuversichtlich: „Ende Februar kommenden Jahres sind wir vielleicht mit den groben Arbeiten fertig.“ Restarbeiten könnten vermutlich im laufenden Betrieb noch erledigt werden.