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Pastor i.R. Heinz Schlüter ist 80 Jahre alt geworden

Ein Macher hat genullt

Begeistern kann sich Heinz Schlüter für vieles, egal ob es um den Erhalt des örtlichen Freibades geht, die Gründung eines Chores, das Auflebenlassen der plattdeutschen Sprache oder Völkerverständigung durch Jugendaustausche. Dort, wo Menschen zusammenkommen, um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, war und ist der pensionierte Pastor der Lenzinghauser Kirchengemeinde mit Elan und großer Wertschätzung für das Engagement seiner Mitmenschen mit von der Partie.

Am 14. Dezember ist Schlüter 80 Jahre alt geworden. Kreise und Gruppen der Kirchengemeinde sowie Lenzinghauser Vereine hatten für ihn einen Empfang im Gemeindehaus organisiert.

Jugendarbeit im Fokus

1995 war Familie Schlüter nach Stationen in Bergkamen und Marburg ins beschauliche Lenzinghausen gekommen. „Im Ruhrpott hab ich gern gearbeitet. Schwerpunkt war damals die Jugendarbeit“, blickt der gelernte Feinmechaniker zurück. In Marburg sei er im Reisedienst viel unterwegs gewesen. So oft es ging an seiner Seite: Ehefrau Sigrid, die sich ebenfalls von der Arbeit mit dem Nachwuchs fesseln ließ. „Als die Kinder älter wurden, kam der Wunsch auf, sesshafter zu werden“, erzählen beide.

In Lenzinghausen war es auch die Jugendarbeit, die dem Neuen besonders am Herzen lag. Fußballspielen und so, doch Schlüter wollte mehr als bloßen Zeitvertreib bieten. Jugendliche mit Ideen bestärkte er und half dabei, diese umzusetzen. Sein Haus war stets offen für junge Menschen. „Manchmal wusste ich gar nicht, wer da jetzt an mir vorbei ins Wohnzimmer rauschte“, erinnert sich Ehefrau Sigrid schmunzelnd an die Selbstverständlichkeit, mit der das Pastorenhaus okkupiert wurde.

Ein Herz fürs Ehrenamt

„Weil Gruppenarbeit die Gemeinschaft stärkt“, habe er fast jeden Verein in Lenzinghausen unterstützt, sofern er konnte. Es sei bereichernd, wenn Menschen Visionen gemeinschaftlich in die Tat umsetzten. Schlüter ist gern ganz vorn mit dabei. „Ich bin weniger der exakte Methodiker. Aber ich glaube, es liegt mir, Menschen mitzureißen.“

Glauben und Gemeinschaft sind für Heinz Schlüter zwei untrennbare Begriffe. Das eine könne ohne das andere nicht sein. Und genau aus diesem Grund müssten die aufsuchenden Strukturen in den Kirchengemeinden wieder gestärkt werden. Dazu bedürfe es keines Talars.

Kein Beruf, sondern Berufung

Dass er mit 80 Jahren beruflich wieder so eingespannt ist, liegt neben der personellen Situation in der Gemeinde auch an seiner tiefen Verwurzelung im Ortsteil, aus dem er und Ehefrau Sigrid sich nach Ende der Berufstätigkeit nicht lösen wollten.

62 Beerdigungen, mehr als jemals zuvor, hat Schlüter im vergangenen Jahr übernommen. Aufgaben, die er nie ausschlagen würde: „Angehörige stehen einfach vor meiner Tür. Und in so einer Situation darf man die Menschen nicht alleine lassen.“

Und sonst? Ein Projekt, verrät Schlüter, habe er noch vor der Nase: den Erhalt der Kirche oder des Gemeindehauses. „Eines davon können wir halten“, ist er überzeugt.