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Dr. Matthias Kramer gibt Leitung des St. Martins-Stifts an Christine Padberg ab

Er ist dann mal wech!

Sechzehneinhalb Jahre lang hat Dr. Matthias Kramer das St. Martins-Stift geleitet, jetzt bereitet sich der 66-Jährige mental auf den Ruhestand vor. „Frohen Mutes“, aber auch ein wenig wehmütig blicke er dem Abschied entgegen, gesteht Kramer: „Jeden Morgen die Gewissheit zu haben, dass es etwas zu tun gibt – auch wenn man beim Aufschließen des Büros noch nicht weiß, was heute Neues auf einen zukommt – wird mir fehlen. Ich werd auch die Kontakte vermissen. Das Kennenlernen von Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, Fähigkeiten und Perspektiven macht mir unheimlich viel Spaß.“

Als der Diplom-Sozialpädagoge und Sozialgerontologe 2009 die Leitung der Senioren- und Pflegeeinrichtung übernahm, brachte er bereits elfjährige Leitungserfahrung mit. Die Promotion zum Dr. rer. päd. hat Matthias Kramer berufsbegleitend drangehängt. In diese Zeit fällt auch der Umbau des Martins-Stifts hin zu einer dezentralen Aufteilung mit mehreren Wohngruppen – eine fordernde Aufgabe, die für die Wohnqualität aber „richtig und wichtig“ gewesen sei.

Weitere Aufgaben wie der Aufbau der Tagespflege und das Quartiersprojekt „Unser Spenge – gutes Leben im Alter“ ließen nicht lange auf sich warten. Die Herausforderung schlechthin war die Corona-Pandemie. Hilfreich sei in dieser Zeit vor allem die offene Kommunikation und Transparenz gewesen, zwei Grundsätze, die in der Einrichtung ohnehin immer schon galten.

Was wirklich zählt

Ein wertschätzender Umgang und ein Miteinander auf Augenhöhe waren für Kramer keine Floskeln, sondern die Grundlage seiner Leitungstätigkeit. Unter seiner Ägide konnte das Martins-Stift seine Türen noch weiter öffnen, die Stadtgesellschaft einladen und das öffentliche Leben ins Haus holen. Wichtige Elemente waren für ihn das Einbeziehen ehrenamtlicher Kräfte sowie die Integration von Angehörigen in den Wohnheim-Alltag. „Das ist eine manchmal sehr kleinschrittige Arbeit, die den Angehörigen guttut, weil sie sich einbezogen und nicht nur als Besucher fühlen“, erklärt er.

Neue Ära

Ein Ansatz, den Kramers Nachfolgerin Christine Padberg unbedingt vertiefen möchte. Seit Anfang Januar ist die 58-Jährige als neue Einrichtungsleiterin vor Ort und erarbeitet mit Kramer die Übergabe. Als gelernte Krankenschwester ist sie nicht nur Praktikerin durch und durch, sie kann auch auf einen großen Erfahrungsschatz als Führungspersönlichkeit im Bereich der ambulanten und stationären Pflege sowie im Aufbau und in der Umstrukturierung von Wohnprojekten zurückgreifen.

Von ihrer neuen Wirkungsstätte ist sie begeistert: „Als ich hier reinkam, hab ich sofort gedacht: Das ist es! Diese Herzlichkeit und Wärme hier – das hat mich einfach gepackt.“ Respekt und Wertschätzung würden im Martins-Stift großgeschrieben. Zudem sei ihr sofort die extrem hohe Fachlichkeit der Mitarbeitenden aufgefallen.

Mit Christine Padberg hat eine weitere markante Persönlichkeit Einzug ins Senioren- und Pflegeheim gehalten: Polly. Die gebürtige Rumänin trägt ihr schwarzes Haar kurz, besticht durch ihren treuen Blick und ist schon jetzt der heimliche Star im Haus.

Bei den Bewohnern sorgt die elfjährige Vierbeinerin für strahlende Augen und wird mit heimlich abgezwackten Wurststückchen verwöhnt.